Schuhlexikon
A…………………
Anprobe
Kinder haben selten Lust, Schuhe anzuprobieren. Also verkrampfen sie die Füße, ziehen die Zehen an, stellen den Fuß schief.
Das führt zum einen dazu, dass der Schuh gar nicht angezogen werden kann. Wenn er jedoch angezogen wird, besteht die Unsicherheit, ob er auch wirklich paßt.
Regel 1: Beim Schuhe kaufen muss man viel Zeit und Gedult aufbringen
Regel 2: das Kind darf sich drei Paar Schuhe zum Anprobieren selber aussuchen und Sie selber stellen noch zwei weitere Paare hinzu. Mehr als 5 Paare sollten zur Anprobe nicht ausgesucht werden.
Regel 3: Das Kind zieht ein Paar Schuhe an und darf dann ein bißchen spielen, rumlaufen oder Fernsehgucken. So entspannt,wird es seine Fußblockade lösen und locker in den Schuh gleiten, ohne dass das Kind es merkt. Länge und Weite können erst dann richtig beurteilt werden.
Regel 4: Unterbrechen Sie spontan diese Entspannungsphase und bitten Sie Ihr Kind, einmal ganz schnell durch den Schuhladen zu laufen. Bei diesem Lauf können Sie sehr gut beobachten, ob der Schuh richtig sitzt, ob Ihr Kind umknickt, ob Ihr Kind ungehemmt rennt.
B…………………
Barfuß:
Babyschuhe sind solange unnötig, solange das Baby krabbelt und sich nur gelegentlich hinstellt. Stoppersocken oder barfuß sind hier das Mittel der Wahl. Häufig ist zu beobachten, dass Kleinkinder, die barfuß schon laufen können, mit den ersten Schuhen wieder anfangen zu krabbeln, weil die Schuhe zu schwer oder zu ungewohnt am Fuß sind. Die Kinderfüße sind barfuß so optimal durchblutet, dass auch ein nasser oder ein kalter Fuß für kurze Zeit keine gesundheitliche Gefahr für das Kind darstellt.
D…………………
Daumenprüfung:
Die selbst bei Schuhverkäufern immer noch verbreitete Unsitte, durch Druck auf die Schuhvorderkappe die Lage der längsten Zehe und den Freiraum davor herauszufinden, ist leider unzuverlässig, da kleinere Kinder dabei reflektorisch die Zehen anziehen. Ob der Schuh paßt kann damit nicht herausgefunden werden. Die passende Schuhlänge kann am besten anhand einer Schuhschablone ermittelt werden.
E…………………
Erstlaufschuhe:
Erstlaufschuhe ist ein synonymer Ausdruck für Lauflernschuhe.
K…………………
Knöchelhöhe:
besonders bei Lauflernschuhen ist es wichtig, dass der Knöchel des Kleinkindes gestützt wird. Ansonsten besteht die Gefahr, dass das Kind im Schuh umknickt und seine Bänder überdehnt oder gar reißt. Es gibt keine Maßeinheit noch einen vereinbarten Standard für den Knöchelschutz. Der Knöchelschutz sollte weich und nachgiebig gepolstert sein und leicht über den Knöchel ragen.
Er darf nicht zu eng ansitzen, das ansonsten die Haut aufgerieben wird.
L…………………
Lauflernschuhe:
Erst ca. 6 Monate, nachdem das Kind seine ersten Laufschritte gemacht hat, sollte man den Fuß in festes Schuhwerk stecken.
Die Fußentwicklung und -kräftigung findet am ungestörtesten ohne jede Umhüllung des Fußes, also mit Socken oder barfuß statt.
Länge:
Füsse gleicher Länge können ganz verschiedene Formen haben.
Die Schuhe sollten innen mindestens 12 mm und maximal 17 mm länger sein als die Füße. Auf die Größenangaben der Schuhe ist kein Verlaß. Schuhe müssen vor jedem Kauf unbedingt anprobiert werden.
Im Schuhladen können die Füße vermessen werden. Das Ergebnis dieser Vermessung gibt aber nur einen groben Anhalt für die Schuhauswahl. Am besten sollte man mit einer Schuhschablone die exakten Fußmaße ableiten.
O…………………
Online-Schuhkauf:
Eine weitere Alternative ist die Bestellung der Schuhe im Internet. Bestellen Sie mehrere Paare und machen Sie aus der Anprobe zu Hause in gewohnter Umgebung ein lustiges Spiel. Die Schuhauswahl wird plötzlich ganz entspannt und Sie können den Schuh an einem entspannten Kind und einem entspannten Fuß optimal beobachten und ertasten. Die Rücksendung von unbenutzten Artikeln ist überall gestattet.
SCH………………..
Schmerzsignale:
Die Füße von Babys und Kleinkindern sind weich und formbar und haben noch nicht die spätere Fuß- und Fußsohlenform. Auch die Nerven sind noch nicht ausreichend empfindlich, so dass Kinderfüße keine Schmerzsignale bei zu kleinen Schuhen an das Gehirn senden. Babys und Kleinkinder können bei der Schuhanprobe keine sinnvolle Hilfe bei der Einschätzung der optimalen Paßform sein.
Schuhschablone:
Vor dem Schuhkauf wird der Umriss des (größeren) bestrumpften Kinderfußes auf ein Stück festerem Papier gezeichnet (das Kind steht dazu, beide Füße gleichmäßig belastet, auf dem Papier) und entlang dieser Linie ausgeschnitten.
Vor dem Vermessen der Füße sollte das Kind in Socken eine Zeit lang rumlaufen, damit die eventuell zuvor in schlecht passenden Schuhen eingepferchten Füße wieder normale Dimensionen bekommen.
Im Geschäft wird die Schablone zur Größenprüfung (Länge und Weite) in die Schuhe eingelegt.
Knickt sie beim Glattstreichen auf der Innensohle nirgends um, ist der Schuh nicht zu kurz und nicht zu eng. Durch Vorschieben der Schablone bis zum Anschlag in die Schuhspitze, wird der vor den Zehen zusätzlich erforderliche Freiraum von 12 bis 17 mm als Lücke im Fersenbereich sichtbar. Diese Lücke benötigt der Fuß beim Abrollen, damit der Zeh dann nicht vorne anstößt.
Die Lücke dient nicht als Wachstumsreserve.
W…………………
Weite:
Die Schuhweiten unterteilen sich in:
S = Schmal
M = Mittel
W = Weit
Die Schuhweite entscheidet neben der Länge, ob ein Kinderschuh paßt. Häufig wird die Weite nicht ausreichend berücksichtigt und der Fuß dann dadurch geschädigt.
Der breite Fuß in einem schmalen Schuh tritt permanent auf die Sohlenumrandung und kann so geschädigt werden. In einem zu weiten und lose am Fuß sitzenden Schuh, kann der Fuß beim Laufen nach vorn in die Schuhspitze rutschen oder zur Seite umknicken.








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